In den Sommerferien mit dem Auto durch Europa zu fahren, ist Teil von mir seit meiner Jugend und auch ein Teil meiner Tochter. Wir sind in diesem Jahr erst nach Garmisch-Patenkirchen gefahren und wollten die Zugspitze besteigen (über das Höllental), danach ging es weiter zum Gardasee in Italien und auf den Rückweg an einen Bergsee in Österreich – den Walchsee.
17 Tage unterwegs – 3 Tage Ferienwohnung und 14 Tage im Zelt. Wir wollten von Mitte August bis Anfang September unterwegs sein und hofften auf gutes Wetter in den Bergen.
Garmisch-Patenkirchen und die Zugspitze (durch das Höllental)
Die erste Station war Garmisch-Patenkirchen in Bayern – wir wollten die Zugspitze durch das Höllental besteigen und im Eibsee baden – das waren zumindest meine Ziele und beides gemacht :). Wir waren 4 Tage in Garmisch und haben traumhafte 3 Tage abgefasst – genau im Sweet-Spot nach viel Regen und vor den nächsten Regen.
Mein Bruder und ich sind die Zugspitze über das Höllental (an)gegangen – in 2 Tagen und vom Gipfel mit dem Zug zurück nach Garmisch. Wir sind mit unseren Kindern am Nachmittag bis zur Angertalhütte (1.387m) gewandet – durch das Höllental – sehr cool und zu empfehlen. Es hat geregnet und wir waren glücklich über unsere Wasserfeste / Wasserabweisende Kleidung (Einen Regenponcho am Eingang zu kaufen, ist bei Regen praktisch). Es ist sehr eindrucksvoll durch die Klamm zu wandern – nach der Klamm ging es noch ca. 1 Stunde weiter bis zur Hütte. Wir haben uns Zeit gelassen und haben ca. 3 Stunden gebraucht. Startpunkt war der Wanderparkplatz Hammersbach (Höllentalstraße, Grainau) auf ca. 770m Höhe.
Als wir auf der Hütte ankamen, ging zum Dank die Sonne auf und die guten Tage brachen an. Am nächsten Tag standen noch ca. 1.600 Höhenmeter an, bis hoch auf 2.962m über einen ersten Klettersteig, den grünen Hügel, übers Geröllfeld, einem Gletscher hoch und dann einen Klettersteig über ca. 400 Höhenmeter hoch zum Gipfel – Top of Germany :).
Tipps Zugspitze besteigen über das Höllental
- Eine Übernachtung auf der Hütte macht es einfacher, wir sind um 6 Uhr losgegangen zum Gipfel. Die Hütte ist sehr gut ausgestattet – auf jeden Fall vorher reservieren: Angertalhütte.
- Unbedingt Spikes und Eispickel mitnehmen. Bei Spikes, wirkliche Spikes und vorher mal anlegen und gucken, dass sie richtig herum angezogen sind. Falschrum angezogen, kann es am Gletscher sehr gefährlich werden, weil Sie beim in das Eis reintreten, leicht von Schuh abrutschen können.
- Eispickel ist sehr nützlich am Gletscher und gibt sehr viel mehr Sicherheit. Wir hatten keinen bei gehabt und haben Ihn vermisst.
- Wir haben ca. 7.30h von der Angertalhütte gebraucht.
- Wir waren normal im Form, haben schon einiger Bergtüren gemacht – das war unsere Höchste und Schwierigste.
- Klettern ist nicht schwierig, auch wenn ein paar Stellen nicht gesichert sind. Also schwindelfrei sollte man sein und sich auf viel klettern einstellen.
- Der Gletscher war am Aufregendsten – daher auf gutes Material achten.
Unser Tag war ein perfekter Tag mit Blick auf Wetter, trotzdem mussten in der Zeit, in der wir den Gletscher hoch gegangen sind, 14 Leute mit dem Helikopter ausgeflogen werden (Was wir gehört haben: Oberschenkel haben nicht mehr mitgemacht, Gletscher Spalte gefallen; Nichts schlimmes passiert, es ging nur nicht weiter).
Nach dem Gletscher liegen noch so 2-3 Stunden klettern vor einen und da sollte man fit sein. Wir haben es geschafft und waren oben mega happy 🙂
In den Regen zum Gardasee
Ich bin in den letzten Jahren oft im Sommer zum Gardasee gefahren und man kann immer davon ausgehen, zwischen 28° und 35° Wohlfühltemperatur zu haben – ab und zu Regen am Abend, aber immer noch warm. Alle 10 Jahre wird diese Regel bestätigt, durch die Ausnahme – wie erwischen 10 durchwachsene Tage, an dem man sich sogar einen Pullover mal anziehen muss – und Socken. Die etwas kälteren Tage wurden eingeleitet durch ein „Super Gewitter“ mit einer „Super Gewitter Zelle“, die auch unseren Camping Platz gestreift / getroffen hat. Unser Zelt hat dieses Gewitter nicht überlebt, aber mit Plane ging es noch.
Trotz durchwachsenden Wetters, hatten wir keine Langeweile – und wir hatten eine entspannte Zeit am Gardasee – nur mit Pullover manchmal
Tipps Aktivitäten Gardasee
- Rund um den Gardasee sind sehr schöne Klettersteige und Bergtouren möglich – von leicht bis schwer, von kurz bis lang.
- Wir sind oft am Südende des Gardasees – in der Nähe von schönen kleinen Städten: Garda, Bardolino, Lazise, Malcesine, Sirmione. Manchmal sind da auch Märkte.
- SUP fahren auf dem Gardasee, Motorboard fahren.
- Vespa mieten fahren – ideal um schöne kleine Dörfer rund um den Gardasee zu erleben.
- Verona ist einfach zu erreichen und auch abends einen Trip Wert, um die Oper zu gehen – in der Arena di Verona, das am besten erhaltene römische Amphitheater (1. Jahrhunderts n. Chr.)
- Tennis, Tischtennis, Mountainbiken usw.
Nach dem Gardasee zum Walchsee
Der Gardasee war noch versöhnlich mit uns – in the end – die Zeit ging dennoch vorbei und es ging weiter an den Walchsee nach Österreich zu einem beschaulichen kleinen See in den Bergen und einem Zeltplatz, an dem man sein Zelt direkt am Wasser aufstellen kann – was immer wieder ein Highlight in meinem Herzen ist, auch wenn ich es schon sehr oft erfahren habe. Die Zeit am Walchsee war super, Wetter war ok für September, baden gehen konnte man auch noch und ich hatte mit meiner Tochter wunderbare Bergtage – und den leckersten Kaiserschmarrn meines Lebens.
Fazit
Ein Vorteil, dass wir im Spätsommer unterwegs waren – es war leerer – auf den Strassen und überall. Ich freue mich aufs nächste Jahr. Und ich habe das erste Mal seit langer Zeit mal wieder Tennis gespielt am Gardasee. Nächstes Jahr gehe ich glaube ich mal tauchen.




























