Auslandssemester sind so ein großes ding das wir alle bestimmt schonmal was davon gehört haben aber es ist eben nicht alles nur parties und lotta leben. für mich waren da auch heimweh, geldprobleme und dezent passiv aggressive verwaltungs menschen.
ich persönlich habe schon sehr lange mit dem gedanken gespielt einmal die chance zu ergreifen, ein auslandsjahr zu machen und die welt zu sehen. wenn ihr vorherige artikel gelesen habt merkt ihr wahrscheinlich, dass ich mit meinen eltern in meinem leben viel gereist bin – ja ich bin das kleine süse kind über das in den meisten artikeln geredet wird. ich hab es schon immer geliebt neue dinge zu sehen, jedoch wurde ich als ich älter wurde immer zögerlicher mit dem gedanken von zuhause wegzugehen. dinge wie heimweh haben mich schon immer stark getroffen, weswegen ich mir nicht vorstellen konnte so eine lange zeit ohne eltern woanders zu leben.
eine sache die ihr über ich wissen solltet ist jedoch, dass ich eine sehr ehrgeizige person bin. vielleicht sogar etwas zu ehrgeizig. als mir also eine ehemalige klassenkameradin erzählte, sie würde in der zehnten klasse ins ausland gehen – nach kanada – war ich sozusagen hooked. ich dachte mir so- wenn sie das kann, kann ich das auch. der satz den ich also zu meinen eltern sagte, als ich an diesem tag nach hause kam, war: „Leute, ich will ein Auslandsjahr machen.“ Ihre reaktion war zwar überrascht aber weniger als ich erwartet hatte. So begann also die reise.
erste schritte. wie fängt man den scheis eigentlich an? zeitpunkt ca. 9 monate vor abreise.
- frag google/chat gpt/lehrer die ihr mögt welche organisationen es für auslandsaufenthalte in deinem land gibt und lade dir broschüren von mindestens drei runter. lies dir dann alle angebote durch und schaue welche für das land, wo du hin willst und deine vorstellungen am besten passt – es muss zu dir passen – nicht zu deinen eltern ;).
- wenn du dich für eine organisation entschieden hast, kannst du die auf ihrer website meistens leicht kontaktieren. das geht meist über ein telefonisches gespräch wo du mit denen drüber redest was du dir vorstellst und die erschaffen dann dein wunschprogramm, geben dir presie vor, usw.
- so leute jetzt ist es zeit für die entscheidung.
ich habe mich im endeffekt für ein sechs monate aufenthalt in england, mit der organisation Kulturwerke Deutschland entschieden, habe mich aber dagegen entschieden mir die stadt/schule selber auszusuchen. einfach aus zwei gründen. war günstiger und mir war es lowkey egal. dann hat die ganze organisation angefangen. ganz viele online meetings, gespräche, bewerbungen und dinge die ich selber erledigen musste. ich glaube meine to do liste war noch nie so voll. aber ein tipp: lasst euch davon nicht unterkriegen. ich hab es am ende sehr gut geschafft also alles gut. chillt. es fing dann also an auch mit den ganzen bewerbungen.
tipps für die bewerbungsphase:
- sucht gute fotos aus für die bewerbung!!!! das ist das erste was die potenziellen gastfamilien von euch sehen.
- nehmt euch genug zeit für das ausfüllen der bewerbung – die agentur schickt es euch zu aber es ist sehr viel und meist kann man es nicht speichern und das alles nochmal zu machen NERVT.
- meistens bekommt ihr einen ansprechpartner – oder wie bei mir sogar eine whatsapp gruppe – wo ihr alles fragen könnt NUTZT DAS!!!! hier gibt es nämlich echt keine dummen fragen.
- gebt eure beurlaubung in eurer schule früh genug ab und vereinbart wenn möglich ein gespräch mit dem schulleiter, um zu klären ob ihr irgendwelche wichtigen prüfungen verpasst z. B. MSA/MPA usw.
- chillt. größter tipp den ich habe ist, bleibt entspannt. es dauert ewig bis die dass alles bearbeitet haben nachdem ihr es geschickt habt also bleibt entspannt und stress euch nicht.
meine bewerbung war also nach vielem fragen in der gruppe, diskutieren mit meinen eltern und stress von meiner seite endlich abgeschickt. jetzt hieß es warten. zwischendurch hatte ich noch einige sogenannte „onboarding meetings“, wo einfach allgemein fragen beantwortet wurden und dinge besprochen wurden. ein tipp: geht nicht zu allen diesen meetings. meistens sind da über 100 leute drinne und es ist weniger spannend für euch. wenn ihr aber fragen habt, sind die meetings gut und manche davon sind auch nicht freiwillig sondern pflicht.
monate und monate später jedoch war es dann endlich soweit. ich saß tatsächlich im unterricht als ich die informationen über meine flugdaten, gastfamilie, aufenthaltsort und schule bekam und es war mega aufregend sich dass durchzulesen. alle meine freunde waren auch mega aufgeregt als ich es ihnen über den raum zu geschrien hab. nach viel freude und nachdem ich es dann auch allen erzählt hatte begann eine erneute phase. diese wurde nun von der partnerorganisation in england geleitet. auf der website, die ich dann zugeschickt bekam, musste ich einige stunden online training absolvieren und konnte hierüber außerdem meine flüge buchen, meine gastfamilie kontaktieren und allgemeine informationen über meine schule erhalten. hier hab ich tatsächlich keine richtigen tipps weil das halt total abhängig von der organisation ist, aber einen ich immer geben werde ist: chillt. es wird alles gut leute.
irgendwann hab ich es dann endlich geschafft und jetzt hieß es warten. warten. und warten.
12.01.2025. Abreise, Tränen und vielleicht sogar Freunde fürs leben?
ich glaube ich hab echt lange verdrängt dass ich das wirklich machen werde aber auf einmal war ich fertig zum gehen. 7:00 morgens. mein leben in zwei koffern. handy akku voll. haare gamcht, make up gemacht und ready fürs leben. aber war ich das wirklich? ich harte glück dass meine organisation es angeboten hat, sich mit einer person zu verbinden, die zum gleichen ort, am gleichen tag fliegt wie du, weshalb ich nicht ganz alleine war. als die koffer dann aber abgegeben waren und alles fertig war, war es soweit. ich erinnere mich an diesen einen satz den mein papa mir zugeflüstert hat als ich ihn heulend zum abschied umarmte. „ich bin stolz auf dich.“ ich glaube das war der satz der mich davon abgehalten hat das ganze abzubrechen. ich wollte dass alle menschen sehen was ich kann. das ich das hier kann. einen blick später war ich auch schon durch die tore der sicherheitskontrolle verschwunden.
einige briefe von meiner familie, ein bisschen white girl musik und eine existenzielle krise später waren wir in London Heathrow, dem zweitgrößten flughafen der welt. zwei sechszehn jährige mädchen mit einem traum und ohne plan würde ich sagen. koffer holen, dem süßen briten an der passkontrolle vorgaukeln wir wüssten was wir tun und unsere organisation finden. unsere organisation hatte einen platz wo sie auf uns warteten, ein mädchen namens Star, welches uns eincheckte und einen starbucks daneben. also erstmal für viel zu viel geld coffee gegönnt und gewartet. auf was? keine ahnung. nach so ca. einer stunde wurden wir dann aufgerufen mit den leuten, mit denen wir in einem taxi unterwegs sein würden und wir sollten unseren taxifahrern hinterher gehen. meine name wurde zusammen mit einem anderen mädchen aufgerufen: Thalia. unser taxifahrer: ein mann mittleren alters, gebrochenes englisch und einige lustige angewohnheit, sich nicht mehr zu erinnern wo er sein taxi geparkt hatte. nachdem das endlich gelöst war – Thalia und ich dachten schon wir würden gar nicht mehr weg kommen von dort – sasen wir endlich im taxi. in den ersten 15 minuten war uns sofort klar – wir werden freunde. und zwar so richtig. plötzlich hielten wir an, der taxifahrer murmelte was von: „be right back. wait here.“ und war auf einmal weg. fünfzehn minuten kam er mit drei schweizern wieder, welche sich vor uns in die reihe setzten. sie stellten sich vorerst auf englisch vor, realisieren dann jedoch dass wir deutsch waren und die language barrier war weg. es wurde eine lustige fahrt voller gesprächen, lachflashs (sorry aber schweizer akzent ist zu lustig) und ratespielen darüber, wann wir ankommen würden.
mit einigen stunden verspätung und großen stress von meiner seite – reisen ist für mich irgendwie immer stressig – war ich dann endlich in meiner gastfamilie. neues zimmer, neues haus, neue eltern, neue schwester.
to be continued…..





