Der September gehört für mich zu den besten Monaten zum Reisen. Die großen Sommerferien sind vorbei, viele beliebte Urlaubsorte werden langsam ruhiger und trotzdem muss man sich vom Sommer noch lange nicht verabschieden.
Vor allem rund ums Mittelmeer ist das ziemlich perfekt. Das Meer hatte den ganzen Sommer Zeit, sich aufzuheizen, die ganz große Hitze lässt langsam nach und an vielen Orten wird es deutlich entspannter als noch im Juli und August.
Aber auch für eine Fernreise ist der September spannend. In Südafrika beginnt der Frühling, in Peru herrschen in den Anden noch gute Bedingungen für Rundreisen und in Nepal steht die Trekking-Saison langsam vor der Tür.
Die Frage ist also weniger, ob man im September verreisen sollte, sondern eher: Wohin?
Reiseziele im September im Überblick
| Reiseziel | Temperatur tagsüber* | Ideal für | Empfohlene Reisedauer |
|---|---|---|---|
| Japan | ca. 24–30 °C | Kultur & Rundreise | 10–21 Tage |
| Griechenland | ca. 25–30 °C | Strand & Inselhopping | 7–14 Tage |
| Portugal | ca. 22–27 °C | Roadtrip & Städte | 7–14 Tage |
| Türkei | ca. 26–34 °C | Strand & Kultur | 7–14 Tage |
| Vietnam | ca. 25–31 °C | Rundreise & Essen | 14–21 Tage |
| Peru | ca. 18–22 °C in den Anden | Rundreise & Trekking | 14–21 Tage |
| Südafrika | ca. 18–25 °C je nach Region | Safari & Roadtrip | 14–21 Tage |
| Kroatien | ca. 24–28 °C | Strand & Roadtrip | 7–14 Tage |
| Neuseeland | ca. 13–18 °C auf der Nordinsel | Natur & Roadtrip | 14–28 Tage |
| Nepal | ca. 20–28 °C in tieferen Lagen | Trekking & Kultur | 14–21 Tage |
*Die Temperaturen dienen nur als grobe Orientierung. Innerhalb der Länder gibt es teilweise enorme regionale Unterschiede.
1. Japan – wenn der Herbst langsam beginnt
Japan ist im September ein bisschen ein Überraschungspaket. Der Hochsommer ist zwar vorbei, vor allem Anfang September kann es in Tokio, Kyoto und Osaka aber noch ordentlich warm und schwül sein.
Wer gegen Ende des Monats reist oder weiter in den Norden fährt, bekommt langsam einen Vorgeschmack auf den japanischen Herbst. Besonders auf Hokkaido können sich bereits die ersten Blätter verfärben.
Für eine erste Japanreise würde ich die klassische Route wählen:
Tokio → Kyoto → Osaka
Mit etwas mehr Zeit könnt ihr Hiroshima, Nara oder die japanischen Alpen ergänzen.
Was ich an Japan besonders spannend finde, ist die Mischung. Morgens steht man vor einem jahrhundertealtenen Tempel, mittags sitzt man zwischen blinkenden Werbetafeln in Tokio und abends bestellt man Ramen an irgendeinem winzigen Tresen, den man ohne Google Maps vermutlich niemals gefunden hätte.
Allerdings gehört der September noch zur Taifun-Saison. Das sollte man bei der Planung nicht ignorieren. Ein bisschen Flexibilität im Reiseplan schadet deshalb nicht.
Mein Tipp: Wenn ihr nicht auf die Schulferien angewiesen seid, würde ich Japan eher für die zweite Septemberhälfte einplanen.
Ideal für: Kultur, Essen, Rundreisen und Großstädte
Zeit einplanen: mindestens 10 Tage, besser 2–3 Wochen
2. Griechenland – für mich einer der besten Monate überhaupt
Wenn ihr noch einmal richtigen Sommer haben wollt, ist Griechenland im September schwer zu schlagen.
Das Meer ist warm, die Tage sind weiterhin sommerlich und gleichzeitig lässt der große Besucherandrang langsam nach. Gerade für mich ist das die angenehmere Art von Sommerurlaub. Man kann tagsüber am Strand liegen, ohne dass eine Besichtigung am nächsten Morgen wegen 38 Grad zur Mutprobe wird.
Für klassischen Badeurlaub bieten sich Kreta, Rhodos oder Kos an. Wenn ihr lieber Inselhopping machen möchtet, sind die Kykladen spannend.
Santorini und Mykonos sind natürlich auch im September keine Geheimtipps. Wer es etwas ruhiger mag, sollte deshalb kleinere Inseln in Betracht ziehen.
Und Griechenland ist eben viel mehr als Strand. Kleine Tavernen, weiß getünchte Dörfer, antike Ruinen und abends irgendwo mit Blick aufs Meer sitzen – viel mehr brauche ich im Spätsommer eigentlich nicht.
Mein Tipp: Wer kann, reist ab Mitte September. Dann wird es vielerorts noch einmal merklich ruhiger.
Ideal für: Badeurlaub, Inselhopping, Familien und Paare
Zeit einplanen: 7–14 Tage
3. Portugal – perfekt für einen kleinen Roadtrip
Portugal ist eines dieser Länder, bei denen ich mich nur schwer entscheiden könnte: Lissabon? Porto? Algarve? Oder doch das Douro-Tal?
Im September muss man sich zum Glück nicht unbedingt entscheiden.
In Lissabon ist es noch wunderbar warm, gleichzeitig werden ausgedehnte Spaziergänge durch Alfama und Bairro Alto wieder angenehmer. Porto ist etwas kühler und eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für einen Abstecher ins Douro-Tal.
Und genau dort passiert im September etwas Besonderes: Die Weinlese beginnt.
Wer zwei Wochen Zeit hat, könnte daraus eine richtig schöne Portugal-Rundreise machen:
Lissabon → Porto → Douro-Tal → Algarve
An der Algarve ist weiterhin Strandurlaub möglich. Nur sollte man nicht vergessen, dass man hier am Atlantik ist. Das Wasser ist deutlich frischer als beispielsweise in Griechenland oder der Türkei.
Mein Tipp: Portugal ist im September besonders gut, wenn ihr euch zwischen Städtereise und Strandurlaub nicht entscheiden könnt.
Ideal für: Roadtrips, Städte, Essen, Wein und Strand
Zeit einplanen: 7–14 Tage
4. Türkei – der Sommer geht einfach weiter
An der türkischen Mittelmeer- und Ägäisküste ist im September vom Herbst noch nicht besonders viel zu merken.
Rund um Antalya kann es weiterhin richtig heiß werden. Auch Kaş, Fethiye und die lykische Küste sind jetzt hervorragend für einen Badeurlaub geeignet.
Der große Unterschied zum Hochsommer: Je später der September, desto angenehmer wird es für Ausflüge und Besichtigungen.
Und davon gibt es reichlich.
Ihr könnt beispielsweise einige Tage Istanbul mit anschließendem Strandurlaub verbinden. Oder ihr macht einen Roadtrip entlang der Küste und besucht unterwegs antike Stätten und kleinere Buchten.
Wer noch mehr Abwechslung möchte, kann zusätzlich Kappadokien einbauen.
Mein Tipp: Für reinen Badeurlaub ist die türkische Südküste auch Ende September noch interessant.
Ideal für: Sonne, Strand, Roadtrips und Kultur
Zeit einplanen: 7–14 Tage
5. Vietnam – hier entscheidet die Route
Vietnam im September würde ich nicht einfach pauschal als perfektes Reiseziel bezeichnen. Dafür ist das Land viel zu lang und das Klima regional zu unterschiedlich.
Der Norden wird zunehmend interessant. Hanoi lässt sich gut mit einer Reise in die Bergregionen verbinden und rund um Sapa leuchten die Reisterrassen teilweise in intensiven Grün- und Goldtönen.
Zentralvietnam rund um Hội An und Huế ist ebenfalls wunderschön, allerdings wird das Wetter hier im Herbst unbeständiger und regenreicher.
Das muss kein Ausschlusskriterium sein. Man sollte es nur wissen.
Vietnam würde ich im September deshalb vor allem Reisenden empfehlen, die ihre Route nicht komplett durchplanen müssen und mit einem Regenschauer leben können.
Dafür bekommt ihr großartiges Essen, chaotische Städte, wunderschöne Landschaften und ein Land, in dem allein eine einfache Schüssel Phở Grund genug für die Reise sein kann.
Mein Tipp: Im September stärker auf Nordvietnam konzentrieren und bei Zentralvietnam flexibel bleiben.
Ideal für: Rundreisen, Streetfood, Landschaft und Abenteuer
Zeit einplanen: mindestens 14 Tage
6. Peru – noch einmal in die Anden
Für eine größere Rundreise gehört Peru im September definitiv auf die Liste.
In den Anden neigt sich die Trockenzeit langsam dem Ende entgegen. Rund um Cusco und Machu Picchu sind die Bedingungen deshalb häufig noch gut.
Und natürlich gehört Machu Picchu bei einer ersten Peru-Reise fast zwangsläufig dazu.
Ich würde aber nicht nur für die berühmte Inkastadt nach Peru reisen.
Cusco, das Heilige Tal, der Titicacasee und der Amazonas lassen sich zu einer unglaublich abwechslungsreichen Reise kombinieren.
Eine mögliche Route wäre:
Lima → Cusco → Heiliges Tal → Machu Picchu → Titicacasee
Mit drei Wochen könnt ihr noch den Amazonas oder Arequipa ergänzen.
Was man allerdings nicht unterschätzen sollte, ist die Höhe. Cusco liegt auf rund 3.400 Metern. Den ersten Tag komplett mit Besichtigungen vollzustopfen, ist deshalb keine besonders gute Idee.
Mein Tipp: Plant am Anfang bewusst Zeit zum Akklimatisieren ein.
Ideal für: Rundreisen, Geschichte, Wandern und Natur
Zeit einplanen: mindestens 14 Tage
7. Südafrika – Safari trifft Frühling
Südafrika ist für mich eines der spannendsten Fernreiseziele im September.
Während bei uns langsam der Herbst beginnt, startet dort der Frühling.
Im Westen des Landes können saisonale Wildblumen ganze Landschaften verwandeln. Gleichzeitig herrschen im Kruger-Nationalpark noch gute Bedingungen für Tierbeobachtungen.
Da die Landschaft nach der Trockenzeit vielerorts weniger dicht bewachsen ist und sich Tiere häufiger an Wasserstellen sammeln, stehen die Chancen auf spannende Safari-Beobachtungen gut.
Und dann ist da natürlich noch Kapstadt.
Von hier könnt ihr Richtung Weinregion fahren, das Kap erkunden oder eine größere Tour entlang der Garden Route starten.
Eine Kombination könnte zum Beispiel so aussehen:
Kapstadt → Weinregion → Garden Route → Safari
Für zwei Wochen ist das bereits sportlich. Mit drei Wochen wird daraus eine deutlich entspanntere Rundreise.
Mein Tipp: Südafrika ist perfekt, wenn ihr auf einer Reise möglichst unterschiedliche Dinge erleben möchtet.
Ideal für: Safari, Roadtrip, Natur, Wein und Fotografie
Zeit einplanen: 14–21 Tage
8. Kroatien – Sommer ohne ganz so viel Trubel
Ich würde Kroatien tatsächlich lieber im September als im August besuchen.
Die Adria ist noch warm, die Temperaturen sind sommerlich und nach den europäischen Sommerferien wird es langsam ruhiger.
Dubrovnik wird dadurch zwar nicht plötzlich menschenleer, aber gerade kleinere Küstenorte und Inseln fühlen sich deutlich entspannter an.
Für einen Roadtrip könnt ihr beispielsweise in Zadar starten und euch über Split weiter Richtung Dubrovnik bewegen.
Unterwegs lassen sich Inseln wie Brač, Hvar oder Korčula einbauen.
Und genau diese Mischung macht Kroatien aus: morgens Altstadt, mittags irgendeine kleine Bucht und abends Fisch oder Ćevapčići mit Blick aufs Wasser.
Viel komplizierter muss Urlaub manchmal gar nicht sein.
Mein Tipp: Anfang bis Mitte September ist ideal, wenn ihr noch möglichst viel Sommer wollt. Gegen Monatsende wird es ruhiger, allerdings können dann auch erste saisonale Angebote schließen.
Ideal für: Badeurlaub, Roadtrips und Inselhopping
Zeit einplanen: 7–14 Tage
9. Neuseeland – Frühling am anderen Ende der Welt
Für Neuseeland ist September definitiv kein klassischer Sommermonat.
Und genau deshalb kann er interessant sein.
Auf der Nordinsel beginnt langsam der Frühling. Die Landschaft wird grüner, Blumen beginnen zu blühen und gleichzeitig seid ihr noch weit von der Hauptreisezeit im neuseeländischen Sommer entfernt.
Eine schöne Route auf der Nordinsel könnte so aussehen:
Auckland → Bay of Islands → Hobbiton → Rotorua → Waitomo
Gerade Hobbiton dürfte für Filmfans ohnehin gesetzt sein.
Rotorua ist dagegen wegen seiner geothermalen Landschaften und der Māori-Kultur spannend, während die Waitomo Caves noch einmal eine komplett andere Seite Neuseelands zeigen.
Das Wetter kann im September allerdings wechselhaft sein. Regenjacke und mehrere Kleidungsschichten gehören definitiv ins Gepäck.
Wer hauptsächlich wandern möchte oder die Südinsel bereist, muss außerdem weiterhin mit Schnee und winterlichen Bedingungen in höheren Lagen rechnen.
Mein Tipp: Neuseeland im September ist eher etwas für Roadtrip-Fans als für Sonnenanbeter.
Ideal für: Roadtrips, Landschaft, Natur und Filmfans
Zeit einplanen: mindestens 14 Tage, besser 3–4 Wochen
10. Nepal – langsam beginnt die Trekking-Saison
Wenn Berge euer Ding sind, wird Nepal gegen Ende September richtig interessant.
Der Sommermonsun zieht sich langsam zurück und die Sicht auf die Berge wird zunehmend besser. Damit beginnt auch die große Trekking-Saison im Himalaya.
Die bekanntesten Regionen sind Annapurna und natürlich die Gegend rund um den Mount Everest.
Aber man muss nicht gleich zum Everest Base Camp wandern.
Auch kürzere Trekkingtouren rund um Pokhara sind möglich. Dazu kommen Kathmandu und das Kathmandu-Tal mit Tempeln, alten Königsstädten und einer komplett anderen Atmosphäre als in den Bergen.
Wer hauptsächlich zum Wandern nach Nepal möchte, sollte innerhalb des Monats allerdings möglichst spät reisen. Anfang September kann der Monsun noch deutlich zu spüren sein.
Mein Tipp: Wenn ihr zeitlich flexibel seid, plant Nepal für Ende September oder direkt für Oktober.
Ideal für: Trekking, Berge, Kultur und Abenteuer
Zeit einplanen: 14–21 Tage
Wohin im September für Badeurlaub?
Wenn das wichtigste Kriterium warmes Meer und möglichst viel Sonne ist, würde ich im September in Europa vor allem Griechenland, die Türkei oder Kroatien wählen.
Griechenland ist für mich dabei der beste Allrounder. Die Türkei punktet mit besonders hohen Temperaturen und Kroatien eignet sich hervorragend, wenn ihr mit dem Auto unterwegs sein und mehrere Orte miteinander verbinden möchtet.
Portugal ist ebenfalls wunderschön, aber beim Baden muss man den Atlantik mögen. Das Wasser ist deutlich kühler als im östlichen Mittelmeer.
Wohin im September für eine Fernreise?
Bei den Fernreisen kommt es darauf an, was ihr erleben möchtet.
Für Safari und Roadtrip würde ich Südafrika nehmen. Wer Geschichte, Berge und eine etwas abenteuerlichere Rundreise sucht, ist in Peru richtig.
Japan ist perfekt, wenn Essen, Kultur und Großstädte im Vordergrund stehen. Wegen der möglichen Taifune würde ich dort allerdings ein bisschen Flexibilität einplanen.
Und wer vor allem wegen der Berge reist, sollte Nepal möglichst auf die zweite Septemberhälfte legen.
Mein Fazit: September ist fast zu gut zum Reisen
Wenn ich mir einen Monat zum Reisen aussuchen dürfte und weder an Ferien noch an feste Termine gebunden wäre, würde der September ziemlich weit oben auf meiner Liste stehen.
Für einen unkomplizierten Urlaub innerhalb Europas würde ich Griechenland oder Kroatien wählen. Ihr bekommt noch richtiges Sommergefühl, könnt baden und habt zumindest außerhalb der bekanntesten Hotspots etwas mehr Ruhe als im August.
Für einen Roadtrip gefällt mir Portugal besonders gut. Lissabon, Porto, Douro-Tal und anschließend noch ein paar Tage am Meer – damit kann man zwei Wochen ziemlich problemlos füllen.
Und wenn es die große Reise sein soll?
Dann wären Südafrika und Peru meine Favoriten. Beide Länder bieten genug Abwechslung für mehrere Wochen und der September passt bei beiden ziemlich gut in die Reisezeit.
Eigentlich ist nur eine Sache schade am September:
Man kann unmöglich an zehn Orten gleichzeitig sein.