Vor unserer ersten längeren Fernreise mit unserem damals vierjährigen Kind habe ich vermutlich das gemacht, was alle Eltern machen: Ich habe stundenlang Foren gelesen.
Welche Spielsachen müssen unbedingt mit? Welche Beschäftigungen funktionieren im Flugzeug? Wie übersteht man neun oder zehn Stunden Flug, ohne dass alle Beteiligten irgendwann völlig entnervt sind?
Es gibt unzählige Packlisten im Internet und tatsächlich habe ich dort einige richtig gute Tipps gefunden. Rückblickend muss ich aber sagen: Die eigentlichen Erfahrungen macht man erst unterwegs. Kein Ratgeber kann einem genau sagen, was das eigene Kind am Ende spannend findet oder eben auch nicht.
Langstreckenflüge mit Kindern
Unser erster Langstreckenflug ging nach Miami und dauerte rund neun Stunden. Wochenlang hatte ich überlegt, womit wir diese Zeit füllen könnten. Ich hatte Bücher eingepackt, kleine Spiele vorbereitet, Malbücher besorgt und mir einen richtigen Ablauf zurechtgelegt.
Nach ungefähr einer Stunde war davon fast alles erledigt.
Die große Überraschung: Alles, was ich für unglaublich abwechslungsreich hielt, war plötzlich langweilig. Stattdessen liefen anschließend drei Folgen Conni, jeweils etwa 20 Minuten lang, in Dauerschleife. Immer wieder. Und wisst ihr was? Es war mir völlig egal. Hauptsache, das Kind war glücklich und der Flug blieb für alle entspannt.
Genau in dieser Zeit bin ich auf einen Satz gestoßen, den ich vorher wahrscheinlich belächelt hätte. Sinngemäß stand dort:
Werft für die Dauer des Urlaubs alle pädagogischen Grundsätze über Bord.
Natürlich mit einer wichtigen Ergänzung: Sprecht mit eurem Kind darüber, dass dies eine Ausnahme ist. Im Urlaub gelten manche Regeln etwas lockerer. Zu Hause läuft anschließend wieder alles wie gewohnt.
Und genau so haben wir es gemacht.
Bildschirmzeit auf Langstreckenflüge
Die Bildschirmzeit war plötzlich deutlich großzügiger als sonst. Das iPad war voll mit Filmen, Hörspielen und altersgerechten Spielen und ich muss zugeben: Es war wahrscheinlich die beste Vorbereitung überhaupt.
Ich bin eigentlich jemand, der lieber Bücher vorliest als ein Tablet in die Hand drückt. Deshalb waren Bücher selbstverständlich trotzdem dabei. Aber auf einem Langstreckenflug darf man ruhig pragmatisch sein. Wenn ein Film oder ein Spiel für entspannte Stunden sorgt, profitieren am Ende alle Mitreisenden davon.
Neben den digitalen Helfern gab es aber auch Dinge, die sich bei uns über viele Reisen hinweg bewährt haben.
Ganz vorne dabei sind die Kuscheldecke und das Lieblingskuscheltier. Gerade in einer ungewohnten Umgebung geben diese vertrauten Begleiter Kindern unglaublich viel Sicherheit. Dazu kamen bei uns immer das Lieblingsspielzeug, ein Kartenspiel, ein dicker Malblock mit vielen Stiften und ein Wasserball. Unser hieß damals „Dolphi“ und war im Urlaub fast überall dabei. Er braucht im Koffer kaum Platz und sorgt am Strand oder Pool für stundenlangen Spaß.
Ein weiterer Tipp, den ich jedem ans Herz legen würde: Packt ein oder zwei kleine neue Spielsachen ein, die euer Kind noch nicht kennt. Es müssen keine teuren Geschenke sein. Oft reicht schon ein kleines Bastelset, ein Stickerbuch oder ein neues Auto. Der Überraschungseffekt wirkt wahre Wunder und schenkt euch oft eine zusätzliche Stunde Beschäftigung.
Packliste
Natürlich gehören auch einige praktische Dinge ins Gepäck. Dazu zählen für uns:
- Moskitonetz (je nach Reiseziel)
- Fieber- und Brechmittel für Kinder
- Mückenschutz. In vielen Ländern lohnt es sich, diesen erst vor Ort zu kaufen. Für Australien kann ich zum Beispiel „Bushman“ empfehlen.
- Genügend Wechselkleidung und die absoluten Lieblingsklamotten
- Hörbücher und heruntergeladene Filme für unterwegs
- Tiptoi-Stift mit den Lieblingsbüchern
Wenn ich heute zurückblicke, war meine größte Erkenntnis eigentlich ganz einfach: Man muss nicht jede Minute des Fluges perfekt durchplanen. Kinder überraschen einen sowieso. Dinge, die zu Hause stundenlang spannend sind, interessieren plötzlich überhaupt nicht mehr und umgekehrt.
Ein bisschen Vorbereitung hilft natürlich. Aber genauso wichtig ist es, flexibel zu bleiben und die eigenen Erwartungen etwas herunterzuschrauben. Dann wird auch ein neun- oder zehnstündiger Flug mit kleinen Kindern deutlich entspannter, als man vorher vielleicht gedacht hätte.
Danke für die Tipps – wir werden es probieren und berichten :-).
Die Hofgesellschaft freut sich sehr über deine Einträge zum kleinen König und wünscht: weiterhin gute Reise…. . Auch der kleine König war schon „pisönlich“ mit mehreren Familien in USA und weiter. Schau… https://plus.google.com/u/0/106755320140507135802/posts
Liebe Grüsse vom kleinen König
und vom Hofschreiber Andreas