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Das kulturelle Phänomen Landschaft und seine Entwicklung in der Malerei

Landschaft als kulturelles Phänomen ist ein Begriff, der in der Neuzeit geprägt wurde. Ein langer, kultureller Prozess ging dem voran, der die Erkenntnis, dass Landschaft nicht ein natürlicher, sondern ein vom Menschen geformter Raum ist, erst ermöglichte. Die frühe Landschaftsmalerei hat auf diesem Weg eine entscheidende Rolle gespielt.

Die Anfänge hierfür sind in der Renaissance zu sehen. Landschaft tauchte dabei anfangs gewissermaßen als Form auf, den Hintergrund zu verzieren und arbeitete sich über die Jahrhunderte hinweg in den Vordergrund, um letztendlich als eigenständiges, gestalterisches Mittel zu fungieren. Was bedeutet nun Landschaft und was macht Landschaft zu einem kulturellen Phänomen? In verschiedenen Artikel rund um das Thema Landschaft wird in der nächsten Zeit versucht das Phänomen Landschaft zu ergründen.

Gemäß einer Definition ist eine Landschaft ein Ausschnitt der Erdoberfläche, welcher sich durch gemeinsame Merkmale von anderen Landschaften mehr oder minder deutlich abgrenzt. Man unterscheidet hier von natürlichen Landschaften, wie Küsten- oder Berglandschaften und von Kulturlandschaften, wie Stadtlandschaften, landwirtschaftliche Nutzflächen oder auch, ein eher modernerer Ausdruck, Einkaufslandschaften.

Vom begrifflichen Standpunkt aus gesehen könnte durchaus gesagt werden, dass Landschaft nichts Natürliches ist. In der Natur kommt Landschaft als Phänomen nicht vor. Landschaft ist etwas vom Menschen Geschaffenes, ein Begriff, der den Zustand einer natürlichen Region beschreibt. Dies macht Landschaft gewissermaßen zu einem kulturellen Phänomen. Der Mensch hat sie geschaffen, indem er die Natur kultivierte und in dem er das, was er kultivierte letztendlich benannte.

Die Landschaftsmalerei in ihren Anfängen wollte die Natur in ihrer ganzen Schönheit oder auch Nicht- Schönheit darstellen. Es wurde dabei allerdings weniger die Natur dargestellt, sondern vielmehr eine Landschaft, die in dieser Form in der Natur niemals wieder zu finden war. Die Natur wurde vielmehr inszeniert und zu einer Landschaft kultiviert. In der Landschaftsmalerei wurde mehr etwas geschaffen, als das die Natur abgebildet wurde.

Ist es überhaupt möglich die Natur abzubilden oder wird nicht viel mehr mit jeglichem Versuch, etwas gestalterisch darstellen zu wollen, immer auch eine Interpretation vorgenommen. Schafft man nicht förmlich eine so perfekt inszenierte Landschaft, dass es schwer fällt etwas Derartiges in der Natur zu erblicken? In der aufkommenden Landschaftsmalerei der Renaissance lässt sich die Entwicklung dieser am eindrucksvollsten beobachten. An ausgesuchten Bildern, soll illustriert werden, wie sich die Landschaft als gestalterisches Mittel in den Vordergrund malte.

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