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Fremde Gegenden und Unterwegs-Stationen

Meiner Tochter habe ich es zu verdanken, dass ich manchmal an Orten lande, an denen ich nicht geplant hinfahren würde. Ich meine nicht Orte, die man generell meiden sollte, ich meine Orte, die eher „unterwegs“ liegen und denen ich – ohne meine Tochter – sehr wahrscheinlich vorbei fahren würde.

Was unterscheidet diese Orte von anderen Orten – sie werden „nicht geplant angefahren“ könnte man sagen. In der Regel kennt man diese Orte nicht, man findet Sie nur auf der Landkarte. Man halt dort an, um weiterfahren zu können. Auf unser Tour durch den Westen der USA (2019), gelangten wir auf diesem Weg nach Olancho, California.

Ein Ort mit einer Tankstelle und einem Campground – direkt am Highway 395, 189 Meilen von Los Angeles entfernt. Nach Süden gehts nach Los Angeles und nach Norden nach Salt Lake City. Nach Westen gehts ins Death Valley und im Osten geht es nirgendwo hin – da gibt es nur Berge. Fernfahrer, die aus Norden kommend auf den Weg nach LA sind, nutzen Olancho als Rast und ggf. Übernachtungs-Station.


Warum sind wir hier?

Im Grunde genommen wollten wir eine Tour durch Kalifornien unternehmen – daraus wurde eine Tour durch weite Strecken von „Western USA“ – California, Nevada, Arizona und Utah. Entfernung ist in Amerika immer relativ, aber auf jeden Fall ging es über Kalifornien hinaus.

Unser Flug führte uns nach Los Angeles, wo wir die ersten Tage verbrachten, unseren Camper abholten und in Richtung San Diego düsten – immer am Pazifik entlang.

Von San Diego nach Olancho

Los Angeles bis Yosemite Valley (Route 1-2)

Yosemite Valley bis Los Angeles (Route 2-2)

Aus einem kleinen Abstecher ins Land, um den Grand Canyon zu sehen, wurden zwei (relativ) ungeplante Wochen durch Arizona, Utah und Nevada. Wir wählten nicht die Route über den Joshua Tree National Park und über das Mojave National Preserve – nicht weil wir nicht wollten, sondern weil wir das leider nicht auf dem Schirm hatten.

Anstelle dessen fuhren wir über Prescott zum Grand Canyon und von dort ging es weiter in die Nähe von Page – besser gesagt zum Lone Rock Beach, wo wir in einem State Park direkt am Strand kampieren konnte.

Das Wochenende um den 4 July stand an und wir waren zufrieden noch einem Platz ergattert zu haben – 3 Tage Beach, Sonne, Getränke, Barbecue und „chillen“ standen auf dem Plan.

Drei Tage später ging es weiter – zum Monument Valley Navajo Tribal Park. Von da ging es weiter in den Zion National Park und dann nach Las Vegas. Von Las Vegas aus wählten wir den Weg durch das Death Valley und wir landeten in Olancho, California und (erstmal) back in California.

Unterwegs-Bahnhof in Olancho, California

Olancho es wurde, weil im Death Valley übernachten den Damen zu heiß und alles andere zu weit Weg war. Olancho, der erste Ort seit Prescott (Seit ca. 2 Wochen), der als Unterwegs Bahnhof fundieren sollte. Danach kamen noch weitere (Lake Isabelle z.B.), Orte die meine Tochter wählte, aus Grunden wie – „hier gibt es einen Pool“.

Ich hätte in der Wüste geschlafen und den geilsten Sternenhimmel aller Zeiten + Planeten gucken etc. – aber da gab es keinen Pool :).

Olancho hatte einen Pool und ein hervorragendes Diner, Feuer gab es auch – lag halt nur direkt am Highway, aber so ist das halt – Kinder hören noch keinen Lärm – habe ich das Gefühl. ich glaube, bei mir fing das mit 30 Jahren an; oder vielleicht auch mit der Geburt meiner Tochter – mit 26 Jahren dann.

Wann ich mein Gefühl für Leere und Weiten, Wüsten und Landschaften entdeckte, kann ich nicht sagen. Bewusst wurde es mir auf jeden Fall während dieser Reise und von Los Angeles nach Chicago fahren – durch unendlich wirkende Weiten Amerikas, ist als Plan geboren.

Kinder brauchen so was nicht, glaube ich – irgendwann reicht es und Landschaften und Gebäude sind einfach irgendwann alle gleich für Sie. Daher gilt es immer eine gute Abwechslung zwischen Landschaft, Shopping, Architektur, Pool, Strand und Aktivität herzustellen :).

Campground in Olancho

Von Olancho zurück nach Los Angeles

Was mich an den vergangenen drei Wochen am meisten fasziniert hat waren die Abende/Nächte und das Feuer. Wir waren quasi drei Wochen remote unterwegs (relativ remote), in eher Menschenleeren Gegenden (Relativ, Touristen gab es überall genug – aber nicht unangenehm genug) und wir hätten ein Wetter, was uns jeden Abend einen perfekten Sternenhimmel bereitete. Man konnte von Tag zu Tag die Sterne und den Mond beim wandern zu schauen. Die  erste Zeit war Mondfrei und der Mond wurde so von Tag zu Tag mehr sichtbar.

Von Olancho führen weiter, über Lake Isabelle, in den Sequoia Nationalpark. Von dort ging es weiter in den Yosemite und über einen über 3.000 Meter hohen Pass überquerten wir die kalifornische Hochplatte und führen zum Lake Tahoe – einen See auf über 2.000 Meter Höhe. Wir führen natürlich Boot und spielten – denn wir waren wieder in Nevada :). Ein Penny Slot Maschinen können einen den ganzen Abend Spass bereiten + Free Drinks.

Vom Lake Tahoe (Carson City) fuhren wir weiter nach San Francisco und von San Francisco entlang des Pazifik Highway No 1 über verschiedene Stationen, nach Malibu Beach, wo wir auf einem coolen State Park Campground am Strand die letzten Tage verbrachten – die letzten Tage mit Feuer und unter freiem Himmel.

Von Los Angeles ging es wieder zurück – über Manchester, Great Britain.

Heute ist der 28.12.2020 und ich veröffentliche diesen Artikel fast anderthalb Jahre nach dieser Reise. Viele meiner Erinnerungen sind nach wie vor sehr präsent.

Wie zu jedem Land kurz nach meiner Rückkehr, sage ich auch und habe ich gesagt – zu den USA, ich werde wiederkommen. Amerika ist eines der wenigen Länder, wo ich das auch in die Tat umgesetzt habe (3x).

Cheers,
Jens

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