Italien, Molveno
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Klettersteige Brenta Durchquerung – Via delle bocchette Planung

Wie Antje bereits eindrucksvoll in Ihrem Artikel beschrieben hat, haben wir eine Durchquerung des Brenta Massivs vorgenommen. Vor etwa 20 Jahren haben meine Eltern schon ein mal das Brenta Massiv durchquert und wir wollten Ihre Tour wiederholen.

Meine Eltern waren sich allerdings nicht mehr sicher, wie genau Sie die Durchquerung des Brenta Massiv angegangen sind. Was Sie noch wussten war, dass sie von Molveno starteten und die Tour zwei Tage dauerte – mit einer Übernachtung auf der Alimonta Hütte. Ein Buch „Gardasee Klettersteige“ diente Ihnen als Referenz. Internet in der heutigen Form, gab es damals noch nicht.

Dem Buch folgend konnten wir uns nur schwer erschliessen, wie die Durchquerung des Brenta Massiv funktioniert haben soll, also sind wir eine eigene Route gegangen und aus zwei geplanten Tagen wurden drei.

Von Molveno in das Brenta Massiv

Wir starteten unseren Weg in das Brenta Massiv von Molveno aus. Das schien irgendwie untypisch zu sein, denn in den Büchern war der Ausgangspunkt für alle Touren in das Brenta Massiv „Madonna Di Campiglio“, was leider auf der anderen Seite des Brenta Massivs lag und als Ausgangspunkt ca. 40 Minuten weiter weg lag, als Molveno. Für uns schwierig zu erreichen, da wir vom Gardasee aus kommend bereits ca. 1:40h Anfahrtsweg vor uns hatten.

Von Molveno (ca. 930m) aus sollte es aber auch gehen. Mit der Seilbahn ging es hoch zur Rifugio Pradel (ca. 1.300m) und von dort am „Val delle Seghe“ entlang, bis zur Refugio Croz dell‘ Altissimo (1.430 m). Gehzeit: ca. 1 Stunde.

Von der Refugio Croz dell‘ Altissimo ging es in das „Val Perse“, den Cima della Gaiarda (2.640 m) und den Cima Roma (2.837 m) zu unserer Rechten.

Kurz vor dem Aufstieg zum „Bocca di Tuckett“ (Ein „bocca“ ist auf italienisch eine Öffnung und in dem Fall ist es eine Passage zwischen zwei Berg-Gipfeln) haben wir die eigentliche Tour verlassen und sind geradeaus über die Öffnung, in das Brenta Massiv eingestiegen. Gehzeit: ca. 5:30 Stunden.

Von dem relativ kurzen Stück zwischen der Tour und zum“Bocca di Tuckett“ darf man sich nicht täuschen lassen – hier geht es stellenweise sehr steil ein Geröll- und Schnellfeld hoch. Selbst Mitte Juli gibt es hier an verschiedenen Stellen Schneefelder, die man hoch, runter und seitlich überqueren muss.

Zumindest bei uns (22.07.2018) war der Schnee weich genug und man konnte gut mit den Schuhen Tritte schaffen bzw. waren bereits genug vorgetretene Spuren vorhanden. Steigeisen sind dennoch zu empfehlen.

Nach dem wir von ca. 1.300m bis zum „Bocca di Tuckett“ rauf geklettert sind – auf 2.649 m – war es bereits 16 Uhr und zu spät für die noch restlichen 4:30h zur Refugio Alimonta – 3h wären dabei ein Klettersteig gewesen. Das war uns nicht so klar und liess sich im Buch ein bisschen anders. Wir wollten eigentlich vom „Bocca di Tuckett“ in den Klettersteig „Cima Brenta Alta – „Via delle bocchette“ Weg einsteigen und bis zur Alimonta Hütte kommen.

Wir haben den Plan geändert und sind zur Rifugio di Tuckett (2.272 m) gelaufen und am nächsten Tag sollte es von der Rifugio di Tuckett über zwei Klettersteige, die Refugio Alimonta und die Refugio Pedrotti, wieder runter ins Tal nach Molveno gehen. „Schon machbar“, hat zumindest der Herbergsvater der Rifugio di Tuckett gesagt.

Rifugio Tuckett Klettersteige – Sentiero Sosat & Bocchette Centrali Klettersteige

Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es los – ca. 45 Minuten bis zum Einsteig in die „Sentiero Sosat“ – erstes Ziel sollte die Alimonta Hütte sein, wo wir um 11 Uhr ankamen. Von dort ging es zum „Bocca del Armi“ rauf (2.749 m) – wieder ein Schnee- und Geröllfeld hoch.

Der Einstieg in den „Bocchette Centrali“ Klettersteig besteht aus ca. 150m senkrecht gehenden Leitern und Tritten, um dann entlang der sogenannten Brenta Bänder zu klettern. Gegen 16:30 Uhr kamen wir am Ausstieg an, am „Bocca di Brenta“.

Vom Ausstieg waren es noch ca. 30 Minuten bis zur Rifugio Pedrotti, wo wir dann auch blieben – wir hatten keine Lust mehr auf weitere 3:30h Abstieg nach Molveno runter. Der Herbergsvater hatte Recht gehabt, machbar wäre die Tour auf jeden Fall gewesen.

Gehzeiten Klettersteige Sentiero Sosat & Bocchette Centrali Klettersteige

  • „Rifugio di Tuckett“ bis Einstieg „Sentiero Sosat“: 45 Minuten.
  • „Sentiero Sosat“ bis zur Alimonta Hütte: 3:30 Stunden.
  • Alimonta Hütte bis zum Einstieg „Bocchette Centrali“: 1 Stunde.
  • „Bocchette Centrali“ bis zur Rifugio Pedrotti: 4 Stunden.

Durchquerung des Brenta Massiv – Fazit & Erfahrungen

Die Durchquerung des Brenta Massiv ist überwältigend schön. Man sollte auf jeden Fall Alpin- erfahren sein oder jemanden dabei haben der genügend Erfahrung hat. Ich würde folgende Ausrüstung empfehlen:

  • Klettergeschirr & Helm (Für Klettersteige)
  • Steigeisen (Eispickel ist optional)
  • Wetterfeste Kleidung
  • Wasser und Sonnencreme

Wir haben nicht die Tour meiner Eltern wiederholt bekommen. Sie sind irgendwie an zwei Tagen durch das Massiv geklettert, hatten allerdings auch Gehzeiten von ca. 10 Stunden am Tag. Wir hatten zwei mal 8h Gehzeiten und einmal 3:30 Stunden (Abstieg nach Molveno).

Wenn es möglich ist, würde ich für die Durchquerung des Brenta Massiv mindestens drei Tage einplanen, so bleibt noch genügend Zeit, um auch Natur und Gegend zu geniessen. Grundsätzlich kann man natürlich auch viel länger bleiben, denn außergewöhnliche Wanderwege und Klettersteige gibt es im Brenta Massiv genügend.

Wir haben auf der Rifugio di Tuckett und der Rifugio Pedrotti geschlafen – beide Hütten sind sehr zu empfehlen.

Karte Brenta Massiv Klettersteige

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