Berlin
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Berlin mit der S-Bahn (erleben)

Es ist ein wirklich schöner Tag. Irgendwie freue ich mich ein bißchen auf die lange Fahrt mit der S-Bahn. Endlich mal wieder eine Zeitschrift lesen und nicht auf den Verkehr achten müssen. Alles verläuft planmäßig, die Ringbahn S 41 kommt pünktlich, ich steige ein, hole mir über Touch and Travel ordnungsgemäß meinen Fahrschein und packe meine Lektüre aus der Tasche.

Die Zeit vergeht schnell, schon bin ich Ostkreuz und will in die Bahn nach Strausberg einsteigen, da steht an der Anzeigetafel Mahlsdorf und nicht Strausberg dran. Hmmm…. das stand bei fahrinfo.de nicht. Zwei Minuten später steht plötzlich da, dass der Zug ausfällt. Ich werde nervös… was ist denn jetzt los. Sollte sich mein Ausflug ins idyllische Strausberg verzögern, schaffe ich es nicht rechtzeitig zum Teffpunkt. Ich warte ca. fünf Minuten, dann fährt die Bahn nach Mahlsdorf ein. Eine Ansage ertönt: „Fahrgäste Richtung Hoppegarten fahren bis Mahlsdorf und steigen dort um“!

Na gut, denke ich (immer noch erleichtert, dass ich so früh losgefahren bin), das eine Mal umsteigen ist ja eigentlich kein Problem. Nachdem ich einen Platz erobert hatte kehrte die Unbeschwertheit zurück und bis Mahlsdorf ging es dann auch relativ zügig voran.

In Mahlsdorf angekommen mussten alle den Bahnsteig wechseln, auch das nahm ich anstandslos hin und strömte mit den anderen, welche murmelnd und einige schimpfend, dass sie nach Hause wollen, die Treppen runter und hoch eilten, brav mit.

Nun kam die unheilbringende, vernichtende Information:
„Fahrgäste Richtung Strausberg Nord fahren bis Hoppegarten vor und nehmen dort den Schienenersatzverkehr (also den Bus) bis Fredersdorf“. Das war jetzt doch etwas zu viel für mich. Na ja… die Hoffnung stirbt zuletzt (eine Freundin setzt dann immer noch hinzu… aber sie stirbt), ich wollte es glauben und stieg also in die S Bahn nach Hoppegarten.

Dort angekommen bewegte sich die dem Feierabend zustrebende, mittlerweile unruhiger und aggressiver gewordene Menge auffällig laut auf den unten wartenden Bus zu. An diesem angekommen stürzten zwei wütende Russinnen auf den ahnungslosen Busfahrer zu und donnerten verbal auf ihn ein. Dieser wußte leider weder wohin er fahren würde noch wie lange (wie sich später herausstellte war er spontan zu einem Buseinsatz angefordert worden, kannte sich aber leider so gar nicht in der Gegend aus) und reagierte dementsprechend hilflos auf die Attacken der Fahrgäste.

Es fand sich eine hilfsbereite Ortskundige, die den Busfahrer zumindest eine Station (nämlich bis Neuenhagen) führen konnte. Als sie dann ausgestiegen war half ein Mann, so gut es ging mit dem Navi seines Mobiltelefons weiter. Die Menge im Bus, welche von der Ortsunkundigkeit des Fahrers überaus empört war, schrie von hinten, wo er denn lang fährt und dass er jetzt hätte in die andere Richtung gemusst, alles wohl gemeinte Ratschläge, die dem Busfahrer (dem man leider auch beim Fahren die Räder hätte neu aufziehen können) nicht wirklich weiter halfen.

Nach einer langen Odyssee, mit einem Abstecher auf die B1, kamen wir in Fredersdorf am Bahnhof an und wieder strömten die Fahrgäste zu den Gleisen. Einige benutzten den Aufzug, doch dieser blieb nun auch noch stecken, weil sich wahrscheinlich zu viele Leute rein quetschten. Ich fragte mich noch kurz, wie man bei dem Wetter darauf kommt, sich in einen kleinen Fahrstuhl zu quetschen…. aber sicher hat jeder dafür seine triftigen Gründe.

Die Frustration über Zu- und Umstände der gesamten Pendel/Ersatzverkehr Katastrophe war am Höhepunkt angelangt.Ich probierte zum Bahnsteig vorzudringen, was mir dann auch gelang, doch auch dort wurde meine Erwartung, nämlich dass der dort gerade eingefahrene Zug gleich los fährt sofort wieder enttäuscht, denn die Schaffnerin meinte, es geht in 30 min weiter Richtung Strausberg Nord.

Meine Reaktion auf diese Aussage war der Notanruf bei meiner Kollegin, die mich liebenswürdiger Weise vom Bahnhof Hegermühle (2 Stationen vor Strausberg) einsammeln wollte. Ich wartete also geduldig auf meine Retterin und beschloss für mich, demnächst doch wieder Fahrrad und Auto der unzuverlässigen, total chaotischen S Bahn vorzuziehen.

Was für ein Erlebnis!!!

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1 Kommentare

  1. Du kannst zumindest zufrieden sein, das überhaupt etwas passiert ist :).

    Ich freue mich ja schon wieder auf den ersten Schnee und wenn dann wieder nichts mehr geht. Weil ja überraschender Weise im Winter Schnee fällt… 😀

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