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Independence Day (1996) – Rhetorik eines B-Movies

Filme beeinflussen die öffentliche Wahrnehmung und sind ein starkes gesellschaftliches und politisches Ausdrucksmittel. Der amerikanische Film hat eine spezielle Wirkung auf die politische Gefühlslage der Welt. Das Science Fiction Genre, und innerhalb dieses, die Alien- Invasionsfilme spielen dabei eine spezielle Rolle.

Im Film Independence Day aus dem Jahr 1996 wird ein typisches amrerkianisches Erzählschema aus den 50er Jahren wieder aufgegriffen.

Die Sprache vom Film Independence Day ist sehr dominant und präsent. Ein Großteil der Dialoge ist durch einfache und „klare“ Musik untermalt. Der Film lässt wenig Fragen zurück und ist sehr einfach in seiner Argumentationsweise. Die Sprache des Films besticht durch klare Aussagen in Bild, Ton und Sprache.

Bereits die erste Einstellung des Films ist eindeutig und lässt keinen Zweifel daran, dass etwas Bedrohliches naht, was in diesem Fall auch durch die Auswahl der Filmmusik geschaffen wurde. Der Haupttitel des Science-Fiction- Spektakels, „1969 – We Came in Peace“, baut Spannung auf und lässt das Unheil erahnen. Das musikalische Spektakel wird gegen Ende lauter und lauter und lässt das Erscheinen von etwas „Göttlichem“ oder auch „Himmlischen“ erwarten – zumindest etwas Übermächtigen, dem Menschen überlegenden.

Die Filmmusik lässt klare Parallelen zu Kubricks 2001:Odyssee im Weltraum zu. Der Aufbau in Form einer Film-Oper ist auch in Independence Day zu erkennen. Die Aufteilung in 3 Akten, der bedrohliche Anfang und die kulminierende Fanfare im Schlussakt.

In den Dialogen von Independence Day sind klare Linien zu erkennen die für den amerikanischen Film der neunziger Jahre ausschlaggebend ist. Der Patriotismus und die biblische Rhetorik spielen beispielsweise eine große Rolle. Der Patriotismus zeigt sich vor allem, in der sehr stark (eigentlich nur) amerikanischen Sicht der Dinge.

Weitere Beispiele drängen sich förmlich auf, wie zum Beispiel die Rede des Präsidenten und das selbst er als Präsident sich nicht scheut in einen Kampfjet zu steigen und mit an der Entscheidungsschlacht teilzunehmen. Auch der für den amerikanischen Film obligatorische Held wird geboren, aus einen versoffenen Vietnam Veteran wird letztendlich der Retter der Welt.

Bei Kubrick ritt eine Mischung aus Cowboy und Soldat, zynisch jauchzend, auf einer Atombombe Richtung Erde, um ihre vollkommene atomare Zerstörung einzuleiten. In „Independence Day“ opfert sich ein ähnlich schräger Kriegsveteran in Kamikaze-Manier für die Rettung des Planeten. Offensichtlich in dem Moment, in dem der Feind von außen kommt, hat die Menschheit endlich eine vernünftige Anwendung für diese Typen.

Das die Rettung der Welt am 4. Juli und somit am amerikanischen Unabhängigkeit Tag stattfindet, setzt dem ganzen dann noch die amerikanisch-patriotische Krone auf.

Auch relativ offenkundig sind die Religiosität und eine stark auf die Bibel fixierte Sprache, welche wie der Patriotismus stark verankert ist in der amerikanischen Kultur. Die bedeutendsten Beispiele sind hierbei beim Präsidenten zu sehen, der vor allem in ausweglosen Situationen auf biblische Elemente und vor allem auf Gott selbst zurückkommt.

An mehreren Stellen im Film kommt es zu Aussagen, wie „da helfe uns Gott“ und „dann kann uns nur noch Gott helfen“. Biblische Zitate lassen sich an Aussagen und Metaphern wie „Heuschreckenschwarm“ erkennen. Auch in der Bildsprache lassen sich beide Aspekte, die Religiosität und der Patriotismus deutlich erkennen. Unverkennbar sind hierbei Einstellungen von Amerikanischen Fahnen und Denkmälern, die an verschiedenen Stellen, in der Handlung auftauchen.

Die Religiosität in der Bildsprache zeigt sich in den apokalyptisch wirkenden zerstörten Städten, wo nur noch wenige Menschen herumgeistern.

Das Frend-Feind Schema

Die Freund Feind Theorie ist ein sich Abgrenzung, von dem was nicht „ich“ ist, sich sozusagen ein Feindbild oder auch „Fremdbild“ schaffen genügen. Der Begriff der Fremdheit spielt bei diesem Schema eine sehr wichtige Rolle und bedeutet, dass jeder Feind (=Fremd) ist, der nicht ICH ist, was ganz allgemein für diesen Film gesprochen und auch für dieses ganze Genre dazu führt, das Feind (=Fremd) alles ist, was nicht Mensch ist.

In der Dialogsprache zeigt sich das Freund-Feind Schema in der Rhetorik des Präventivschlages. Die Angst vor dem Fremden ist enorm, was sich im weiteren Verlauf des Filmes als richtig bestätigt und seinerseits dazu führt das sich Vorwürfe Machens, warum man nicht gleich etwas Unternommen hätte, was den Eindruck erwägt, das man zu Recht Angst vor dem Fremden zu haben muss und das ein Präventivschlag die bessere Alternative gewesen wäre.

In der Filmmusik ist das vor allem durch düstere Musik bei den Aliens und patriotische, wir werden es schaffen Musik, bei den Menschen zu vernehmen.

Die Sprache des Films wirkt in vielerlei Hinsicht klar und Genre gerecht. Vor allem 3 Aspekte – Religiosität, Patriotismus und der Freund-Feind Schema sind augenscheinlich im Film Independence Day. Interessanter Weise vermag es gerade ein europäischer Regisseur dieses, so amerikanische Genre, perfekt zu inszenieren und umzusetzen, und beweist damit auch das europäische Bild auf die amerikanische, politische Kultur.

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