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Ski fahren im Zeichen des Klimawandel

„Klimawandel“ ist ein gängiger Begriff in der heutigen Medienwelt geworden und ein regelmäßig genutzter, um alle Arten von Wetterphänomenen unserer Zeit zu beschreiben. Einzug in den öffentlichen Raum hielt der Begriff „Klimawandel“ durch eine Präsentation der Dokumentation von Al Gore, seinerzeit gescheiterter amerikanischer Präsidentschaftskandidat der Demokraten, im Jahr 2006 (eine unbequeme Wahrheit).

Zumindest die Zeitgeschichte datiert den Start der öffentlichen Diskussion zum Klimawandel auf vor etwa 10 Jahren.

Nach wie vor gibt es auch Stimmen, welche die Theorie vom Klimawandel nicht unterstützen bzw. nicht daran glauben, dass der Mensch dafür verantwortlich ist, dass sich das Klima auf dem Planeten verändert bzw. das sich das Klima überhaupt verändert. In der Regel fällt das Argument „warme Phasen“ und „kalte Phasen“ gab es schon immer auf der Welt.

Ich denke, das beide Theorien wahr sind – zum einen gibt es einen Klimawandel, der vom Menschen verursacht wird – niemals zuvor in der Geschichte des Planeten Erde musste dieser mit einer so starken und konzentrierten Menge an CO2 klar kommen – und zum anderen glaube ich, dass nicht jedes Klimaphänomen auf den Klimawandel zurück geführt werden kann.

Das Jahr 2015 endet für mich in der Schweiz – Ski fahrend. Es ist Ende Dezember und es sind 11°. Nur auf den Bergen liegt Schnee, die Schneefallgrenze liegt bei 1800m, schneien tut es aber nicht. Schneekanonen sorgen dafür, dass auf vereinzelten Pisten der Skibetrieb aufrecht erhalten werden kann.

Die Bars im Tal, an der Talabfahrt liegend, sind auf das Wintergeschäft eingestimmt, doch die Stimmung ist nicht gut. Alle vergewissern uns, dass war in den letzen Jahren anders – so wenig Schnee gab es noch nie usw. Ökonomisch eine Katastrophe für viele Bar-  und Hüttenbetreiber. Andere wiederum sagen, dass war schon immer „mal so und mal so“, mal lag Schnee, mal lag kein Schnee.

Fakt ist, dass der Dezember 2015 als einer der wärmsten in die Geschichte der Schweiz eingehen wird (http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Die-Schweiz-ist-auf-dem-Weg-zum-RekordDezember/story/21207848).

Was das bedeutet, weiss man noch nicht, vor allem im Hinblick darauf, dass die Wettermessungen noch nicht alt sind, etwas über 100 Jahre jung, (http://blog.lufft.com/seit-wann-gibt-es-einen-wetterbericht-die-geschichte-der-wettermessung/) zu wenig um einen wirklichen Wetter Trend festzustellen, wenn man bedenkt, dass sich Klima-Phasen auf der Erde über Jahrhunderte halten. Die Erde könnte sich also in der Tat in einer warmen Phase befinden.

Fakt ist aber auch, dass Wetterphänomene in den letzten 20 Jahren verstärkt extremer auftreten. Salopp gesagt, wenn es schneit, schneit es richtig, wenn es heiß ist, ist es richtig heiß und wenn es stürmt, dann stürmt es gewaltig.

2015 im Zeichen des Klimawandel

Ich habe im Jahr 2015 viele Regionen der Welt bereist und wage den Versuch, meine Erfahrungen im Hinblick auf das Wetter zu betrachten. Wie gesagt, man hört viel über den Klimawandel, doch irgendwie scheint er dennoch weit weg zu sein bzw. noch nicht ganz da – jedenfalls noch nicht in Berlin, denke ich zumindest (Mein Jahr im Rückblick).

Gerade vor ein paar Wochen wurde in Paris ein neues Abkommen unterschrieben, was zumindest auf dem Papier dafür sorgt, dass die ganze Welt sich dem Thema Klima jetzt annehmen wird, doch was bedeutet der Klimawandel aktuell für mich?

Wenn ich nach Klimawandel 2015 googeln würde, deuten sicher viele Treffer darauf hin, dass wahrscheinlich in jedem Monat des vergangenen Jahres irgendein Wetterrekord gebrochen wurde. Doch mich interessiert der wahrgenommene Aspekt, unabhängig von Fakten und Theorien, was hat das Wetter mit meinem Jahr gemacht und wie präsent war das Wetter im Jahr 2015 für mich.

Im Januar kann ich mich nicht erinnern, dass irgendwas anders war in Berlin. Der Januar war kalt und dunkel – wie immer. Ich kann mich an keine Wetterrekorde – wie sie aktuell alle zu purzeln scheinen – erinnern. Allerdings gab es auch keinen Schnee. Auch 2014 gab es keinen Schnee außer an 2 – 3 Tagen im Januar. Den habe ich allerdings nicht erlebt, da ich zu dieser Zeit in Ägypten weilte (Tauchen in Ägypten).

Die Jahre davor sind ein wenig verschwommen – an Schnee kann ich mich erinnern, da ich mit Tanja Schlitten fahren war – ob es Januar oder Februar war, weiss ich nicht mehr.

Woran ich mich erinnere ist, dass es nie viel Schnee in Berlin gibt. In den letzten 10 bis 15 Jahren gab es mal ein Jahr, wo er länger als 2 – 3 Tage liegen blieb und da blieb der Schnee ganze 5 Wochen liegen.

Meine erste Reise im Februar führte mich nach Jordanien (Eine Reise durch Jordanien), wo ich eigentlich tauchen gehen und ein Freund tauchen lernen wollte. Leider erreichten wir Jordanien während eines Wintereinbruchs, den es so in 30 Jahren dort nicht gegeben hat, es war der 3. in diesem Jahr, der Jordanien heimsuchte.

An Tauchen war nicht zu denken und auch am Toten Meer waren viele Straßen wegen der Schneestürme gesperrt. Zumindest sagten auch hier alle die wir trafen, diese Wetterbedingungen und Temperaturen seien nicht „normal“ für Jordanien, vor allem nicht „normal“ für diese Jahreszeit. Zumindest scheint ein ähnliches Wetterspektakel vor 30 Jahren schon einmal stattgefunden zu haben.

Für uns bedeutete dies eine eingeschränkte Reisefreiheit und nicht etwas aus dem Grund, wie viele dachten, dass es sein würde (Jordanien: Lass deine Vorurteile zu Hause).

Im März, April und Mai ging es nach Asien, Ozeanien und Australien. In Asien ist es zu dieser Jahreszeit heiß und trocken und das war es auch – gefühlt auch nicht mehr oder weniger, als es wohl so üblich ist – zumindest schien sich keiner zu beschweren und die Medien berichteten nichts von Rekordhitze oder Ähnlichem.

In Australien sah es ein wenig anders aus, das Klima war zwar relativ normal für die Jahreszeit, allerdings gab es sehr heftige Herbststürme und Überschwemmungen in Folge von Regen, die über die großen Städte der Ostküste zogen, vornehmlich Sydney. Wir blieben glücklicherweise davon verschont, allerdings war Sydney von einem Sturm betroffen, den es so in den letzen Jahren nicht gegeben hat.

Wieder zu Hause in Berlin angekommen, erlebten wir einen traumhaften Sommer mit für meinen Geschmack super Temperaturen. Öfter als gewohnt kletterte das Thermometer auf über 30° – mit einem Mix aus Sonne und Regen – bei stetig warmen bis heißen Temperaturen. Ob das normal ist und man sich darüber freuen darf, weiss ich nicht, jedenfalls kann ich mich auch hier nicht daran erinnern, dass in diesem Sommer irgendwelche Temperaturrekorde gebrochen wurden.

Ich glaube gehört zu haben, dass wir einen erstaunlich heißen August hatten, allerdings gab es auch ausreichend Regen, so beschwerte sich kaum jemand darüber, und die trockene Hitze, die vor allem bei jungen und alten Menschen häufig zu Problemen führt, gab es nicht.

Der Herbst war „Golden“ bzw. war bis Ende des Jahres präsent, was als Klimaproblem in den Medien besprochen wurde. In ganz Europa blieb der Wintereinbruch (trotz Prognose eines Jahrhundertwinters) um spätestens Dezember herum aus. Der Dezember 2015 wird als der wärmste in die Geschichte der Wettermessungen eingehen.

Von größeren Naturkatastrophen blieb die Welt in diesem Jahr verschont bzw. kann ich mich nicht daran erinnern, viel erlebt oder gelesen zu haben.

Ende Dezember gab es ein sehr interessantes Phänomen, welches Forscher vor Rätsel stellt. Bevor man jedoch wirklich sagen konnte, was los ist wurde schon wieder Entwarnung gesendet, dass dies nichts mit dem Klimawandel zu tun hätte, die Tatsache allerdings, dass es am Nordpol um ca. 50° wärmer ist, bleibt davon unberührt.

Fazit

Im Grunde genommen liest sich das nicht so ungewöhnlich. Was man vielleicht sagen kann ist, dass sich seit ein paar Jahren scheinbar die Jahreszeiten verschieben – sie sind nicht ganz weg – verschieben sich aber doch auf andere Monate. Der Winter ist kürzer geworden, dafür aber härter – „Zwischen-Zeiten“ werden länger, in denen dann auch alles passieren kann. Ich glaube auf Schnee im Juni müssen wir nicht mehr so lange warten und auf über 20° im Winter wohl auch nicht mehr.

Fakt ist, dass sich die Erde in den vergangen Jahren erwärmt hat – und sich weiterhin erwärmt – in welchem Grad das mit dem Menschen direkt zu tun hat, kann ich nicht sagen.

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